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Tabuthema "Alleinerziehende"


Sag mal, wie ist es so als Alleinerziehende?



 

Die Mehrheit von euch hatte sich diesen Artikel gewünscht. Die vermeintlich heile Instagramwelt ist wohl doch bereit für die Wahrheit. Die Wahrheit darüber, dass es oftmals ganz anders ist, als wir es in den sozialen Netzwerken täglich sehen. 

 

Vorab: Auch ich zeige euch nur einen kleinen Bruchteil aus unserem Leben. Ich werde weiterhin nicht alles breittreten und veröffentlichen. Dennoch finde ich es wichtig über Dinge zu sprechen die uns alle betreffen und dazu gehört wohl auch das Thema "Alleinerziehend sein".

 

Mit Sicherheit gibt es ganz viele Formen - nur Mama, nur Papa, beide zu 50% oder eben ungeklärte Verhältnisse.

Wir für unseren Teil, haben eine für uns gute Lösung gefunden.

Wir meistern als Mama - Tochter - Team unseren Alltag von Montag - Freitag - mit 1-2 Besuchen von Mathildas Papa am Abend nach der Arbeit. Da wird dann geblödelt, vorgelesen und Bettfertig gemacht. Mathilda genießt diese Abende voll und ganz, da sich an den Abenden dann ohne Einschränkungen alles um sie dreht. 

Meistens gehören die Wochenende dann Mathilda und ihrem Papa & für mich heißt es Kraft tanken für die nächste Woche. Zugegeben, ich genieße die Kinderfreie Zeit sehr. Aber auch nur, weil ich weiß, wie glücklich Mathilda bei ihrem Papa ist. Und wie heißt es so schön: Glückliches Kind, glückliche Mama.

 

Meine größte Angst, damals als ich mit Mathilda schwanger war, war tatsächlich der Gedanke irgendwann alleinerziehend zu sein. Mein Leben alleine zu meistern & das mit Kind.

Natürlich hatte ich mir die Situation so nicht gewünscht, doch jetzt knapp 2,5 Jahre später habe ich mich damit abgefunden und kann sagen, dass ich glücklich bin. 

Auch Mathilda profitiert von dieser Situation, da sie ganz intensiv Zeit nur mit ihrem Papa genießen darf.

 

Was heißt es eigentlich für mich persönlich, alleinerziehend zu sein?

Angst es finanziell nicht zu schaffen, psychisch und auch krafttechnisch.

Zugegeben: Finanziell gesehen ist es für alle Mütter natürlich eine schwere Situation. Nicht umsonst zeigen die Statistiken, dass ein großer Anteil auf uns Mütter abfällt, welcher auf Sozialhilfe angewiesen ist. 

Ich kann von Glück sprechen, dass ich mir darüber kaum Gedanken machen muss, da ich Familie habe die hinter mir steht, sodass ich Arbeiten gehen kann und die Betreuung auch nach dem Kindergarten gesichert ist. 

Wir als Eltern (also Mathildas Papa und ich) leben trotz getrennter Haushalte das eher klassische Familienmodell:

Ich als Mutter kümmere mich größtenteils um die Erziehung und gehe eingeschränkt arbeiten. Mathildas Papa hingegen geht seinem Job nach und ich übernehme im Gegenzug die Ferienbetreuung und decke die Schließzeiten des Kindergartens ab und halte ihm soweit es geht damit den Rücken frei.

Wie es krafttechnisch aussieht, muss ich glaube ich keiner Mutter erzählen. Die ersten Monate waren die Hölle. Ich hatte mir geschworen, kein Kinder mehr in die Welt zu setzten. Wie schon mal erzählt, war Mathildas Schlafverhalten eine Katastrophe. Die Nächte waren schlaflos, die Tage lang und ich musste funktionieren. Ohne Aussicht, dass mir am Abend irgendjemand meine Arbeit abnimmt und in der Nacht mal für mich aufsteht, kämpfte ich mich von Tag zu Tag und versuchte einfach nur zu überleben. 

Zum Glück haben wir diese Zeit überstanden. Und das habe ich nicht alleine geschafft, sondern zusammen mit Mathildas Papa & meinen Eltern. 

Mittlerweile sind wir eingespielt und es läuft alles ziemlich geregelt und meist auch harmonisch ab.

 

Ich wurde oft gefragt ob ich "Tipps" habe, wie eine Trennung mit Kind entspannt abläuft. 

Hier gibt es wohl kein richtig oder falsch & jede Trennung ist anders. Ich kann nur von mir sprechen & rückblickend würde ich wohl auch einiges anders machen.

Der wichtigste Punkt ist wohl der, dass man sich über seine Gefühle klar wird und diesen Punkt auch so vertritt. Ein VIELLEICHT tut keiner Beziehung gut & ein hinhalten wohl auch nicht. 

Ein Kind ist eben nicht die Garantie für ewige Liebe. Und wenn die Gefühle nicht mehr ausreichen, sollte man niemals dem "Kind zu liebe" irgendwas aufrecht erhalten. Davon hat niemand etwas.

Ich habe mir immer vor Augen geführt, wie es ist, wenn Mathilda mal aus dem Haus ist, ausgezogen ist, weil sie alt genug ist und ich sitze in meinem Leben fest: Wäre ich dann glücklich? Und weil ich auf diese Frage keine für mich zufriedenstellende Antwort gefunden hatte, bin ich diesen Schritt gegangen.

 

Was ich mir für die Zukunft wünsche? 

Offener Umgang mit dem Thema - damit es all denen, die vor dem Schritt stehen, es ein wenig leichter gemacht wird. Respekt und Anerkennung für das, was Alleinerziehende tagtäglich leisten. 

Und für mich persönlich? Weiterhin "Fortschritte" für unser Modell Familie und vielleicht, dass wir irgendwann über uns lachen können und mit stolz sagen können, dass wir das alles gar nicht so schlecht gemacht haben. 

 

Auf unsere Situation bezogen heißt alleinerziehend nicht zwingend ALLEINE - weil wir es als Familie meistern, aber eben nur noch als Mama & Papa und nicht mehr als Paar. 

 

Fühlt euch gedrückt,

 

Eure Charlotte 

 


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Kommentare: 3
  • #1

    Steffi (Dienstag, 31 Juli 2018 22:15)

    Super geschrieben!!!

  • #2

    Ivonne (Dienstag, 31 Juli 2018 22:31)

    Danke für den Einblick
    Bin seid heute alleinerziehend, mit 3 Kinder
    Lg

  • #3

    Katha (Mittwoch, 01 August 2018 20:52)

    Toll das du diesen privaten Einblick teilst! Hut ab für deine Offenheit! Aber anscheinend macht ihr doch alles richtig, Matilda wirkt sehr glücklich und aufgeweckt und das ist doch echt das wichtigste! Hoffe du wirst trotzdem bald wieder glücklich. �